Insekten retten!

Ein Projekt für den Landkreis Oldenburg

Gartenwollbiene (Foto: S. Bischoff)
Gartenwollbiene (Foto: S. Bischoff)

Insekten retten! Insekten sind wichtige Lebewesen in Ökosystemen. Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen totes Material und sind Nahrung für viele andere Tiere. Wir zählen in der BRD mehr als 33.000 Arten, das sind etwa 70% aller hier lebenden Tierarten.

 

Wie aktuelle Studien gezeigt haben, müssen wir einen Verlust von bis zu 75% des Insekten-Biomasse befürchten. Das ist dramatisch und insektenfressende Tierarten wie Vögel oder Fledermäuse haben enorme Probleme ausreichend Nahrung zu finden! Die Ursachen des Insektenschwundes sind vielfältig. Ein Faktor ist neben den Landschafts- und Lebensraumverlusten der Verlust an Blütenangeboten und Kleinstrukturen, wie blütenreiche Wegeränder, Hecken oder offene Sandflächen. Deshalb hat die NABU Stiftung Oldenburgisches Naturerbe das Projekt 'Insekten retten!' mit Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung und dem Landkreis Oldenburg ins Leben gerufen.

 

Infostand 'Insekten retten!': Wir kommen auf den Wochenmarkt in Ihrer Gemeinde. Mit unserem NABU Infostand wollen wir Ihnen eine große Auswahl an Material zum Thema bieten und für Ihre Fragen zur Verfügung stehen! Termine und Orte für die Infostände:

Do., 18.04.2019, 7.00 - 13.00 Uhr: Wochenmarkt Wildeshausen
Fr., 26.04.2019, 14.00 - 18.00 Uhr: Edeka Markt Uphoff Sandkrug
So., 28.04.2019, 11.00 - 16.00 Uhr: Bookholzberger Frühlingserwachen, Stedinger Straße, Ortskern Bookholzberg
Mi., 01.05.2019, 11.00 - 18.00 Uhr: Dötlinger Gartenkultour, Parkplatz Zur Loh, Dötlingen
Fr., 10.05.2019, 14.00 - 18.00 Uhr: Bahnhofsvorplatz Hude
Do., 23.05.2019, 8.00 - 13.00 Uhr: Wochenmarkt Harpstedt
So., 20.10.2019: Herbstmarkt Wardenburg

 

Vorträge 'Insekten retten!': Hier können Sie erfahren, welche Insekten in unseren Gärten leben, was für Lebensansprüche sie haben und was wir tun können, um die Insektenwelt zu fördern. Im Anschluss an den Bild- und Filmvortrag haben Sie Gelegenheit Literaturtipps zum Thema zu durchstöbern und Fragen zu stellen.

Di., 23.04.21019, 19:30 Uhr:  Rathaus Ganderkesee
Do., 04.07.2019, 19:30 Uhr: Gaststätte Pfefferkorn, Sandkru
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Mi., 10.07.2019, 19:30 Uhr: Gaststätte Wasserburg, Harpstedt
Di., 10.09.2019, 19:00 Uhr: Gut Altona, Wildeshausen
Hude, Oktober 2019

 

Exkursion 'Insekten retten!': Wie sieht eine Fläche aus, in der sich unsere heimischen Insekten wohlfühlen? Welche Arten können wir dort beobachten und wie ist ihre Lebensweise? Was können wir in anderen Bereichen verbessern, um auch hier Lebensräume für Insekten zu schaffen? Antworten auf diese Fragen finden Sie während unserer Insekten-Exkursionen im Landkreis Oldenburg:

Sa., 25.05.2019, 10:00 - 13.00 Uhr, Ganderkesee: Fahrradexkursion mit Picknickpause, Start am Rathaus Ganderkesee; um Anmeldung wird gebeten bei Hans Fingerhut, Tel. 04222 1518 oder per hans.fingerhut@online.de

Sa., 06.07.2019, 10:00 - 12:30 Uhr, Hatten: Fahrradexkursion mit Picknickpause, Treffpunkt Zum Pfefferkorn

Sa., 13.07.2019, 10:00 - 12:30 Uhr, Harpstedt: Fahrradexkursion, Treffpunkt Am Amtshof, Harpstedt

Sa., 24.07.2019, 10:00 - 13.00 Uhr, Wildeshausen: Fahrradexkursion mit Picknickpause, Treffpunkt auf dem Marktplatz; um Anmeldung wird gebeten bei Wolfgang Pohl, Tel. 04431 - 5882 oder per wpohl.nabu@gmx.de

Fr. 30.08.219, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr, Huntlosen, Sannum: Insektenspaziergang

 

120 insektenfreundliche Gärten: Sie haben einen Garten und wollen etwas für die Insekten tun? Wir beraten Sie gerne! Mit einfachen Maßnahmen lässt sich jeder Garten insektenfreundlich gestalten. Im Rahmen unseres Projekts können wir in jeder Gemeinde im Landkreis Oldenburg 15 Beratungen anbieten. Als Starterset erhalten Sie eine Insekten-Nisthilfe, 1 Staudenpaket mit 12 insektenfreundlichen Pflanzen und einen Insekten-Naturführer!

 

Schwebfliege (Foto: Heymer)
Schwebfliege (Foto: Heymer)

8 insektenfreundliche Außenflächen bei Firmen: Sie haben eine Firma oder einen Gewerbebetrieb mit Außenflächen? Jetzt können Sie zeigen, dass Ihnen die Natur am Herzen liegt! In unserer kostenlosen Beratung entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen Möglichkeiten, wie Sie Ihre Flächen naturnah und insektenfreundlich umgestalten können.

 

Hochwertiges und regional zertifiziertes Saatgut und Sträucher für Heckenpflanzungen stellen wir Ihnen dafür zur Verfügung! Auf Wunsch installieren wir für Ihre Mitarbeiter/-innen und Kund/-innen auf Ihrem Gelände ein Schild, auf dem der Nutzen der Umgestaltung für die Natur erläutert wird. Bis Ende 2020 möchten wir im Landkreis Oldenburg mindestens 8 Firmen für unser Projekt 'Insekten retten!' gewinnen.

Projektflyer zum Download:

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insekten retten - flyer infos.pdf
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insekten retten - flyer massnahmen.pdf
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Kontakt:

Silke Kreusel: kreusel@nabu-oldenburg.de

Sandra Bischoff: bischoff@nabu-oldenburg.de, 04487-9982744

 

Foto: o.re. Helge May, o.li. Sandra Bischoff, u. Stefan  Zibolsky
Foto: o.re. Helge May, o.li. Sandra Bischoff, u. Stefan Zibolsky

Insekt des Monats Mai: Aurorafalter (Anthocharis cardamines) - bereits im April und im Mai konnte man das auffällige Männchen mit den orangefarbenen Flügelspitzen beobachten (o.li.) . Das Weibchen hat rein weiße Flügel und wird schnell mit anderen Weißlingen verwechselt o.re.). Die Unterseite der Flügel hat aber eine unregelmäßige Farbgebung. Der Falter ist keine typische Gartensichtung. Man findet ihn auf Wiesen und an Wegrändern auf der Suche geeigneten Pflanzen. Er besucht gerne Kreuzblütler wie das Wiesenschaumkraut und die Knoblauchrauke (u.).


Der Falternachwuchs, die Raupen, sind auf diese Pflanzen als Futter angewiesen – daher lassen Sie gerne stehen, wenn Sie bei Ihnen wachsen! Sie möchten mehr für Schmetterlinge tun? Dann machen Sie mit bei der Schmetterlings-AG: http://www.schmetterlinge-nordwest.de

Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)
Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)

Insekt des Monats April: Die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa). Mit den steigenden Temperaturen sah man am Monatsanfang besonders häufig den Zitronenfalter. Diesen Falter erkannt jeder schnell! Anders ist dies bei den ca. 800 heimischen Wanzenarten: Häufig kam die Frage 'Was ist das? Das habe ich im Haus gefunden!'. Wanzen sind eben eher unbekannt. In unseren Häuseren suchen sie im Winter Schutz vor der Kälte.

Die Graue Gartenwanze ist eine der größten heimische Wanzenarten, die wir an Land sehen (14-16 mm). Sie ist mit der schwarz-rot gestreiften Streifenwanze (Graphosoma lineatum) verwandt, die wir ab Mai an Doldenblütlern finden können. Beide Arten ernähren sich von Pflanzensäften, die sie mit ihrem Stechrüssel saugen. Auf dem Foto ist der Stechrüssel, nach hinten unter die Brust geklappt, als schwarzer Strich zu sehen. Dabei richtet die Graue Gartenwanze keinen bedeutenden Schaden an. Anders als manche Verwandte. So saugt die aus Asien eingewanderte eingewanderten Marmorierten Baumwanze an Früchten.

 

Auf dem Foto sieht man zwei einfache Merkmale, die diese Wanze unterscheidet: Auf der Unterseite hat die heimische Wanze Punkte und die durchscheinenden Flügelenden sind ebenfalls leicht punktiert. Die asiatische 'Stinkkäfer' ist auf der Unterseite ohne Punkte!

 

Tipps zum Umgang mit Wanzen finden Sie hier...

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris); Foto: K.-D. Haak
Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris); Foto: K.-D. Haak

Insekt des Monats März: Zur Zeit sieht man eine ziemlich große schwarze Hummel mit zwei gelben Streifen und einer weißen Hinterleibsspitze an Frühlingsblühern. Dies ist die Königin der Dunklen Erdhummel - unsere größte und häufigste Hummelart unter den 20 Arten in Niedersachsen, die einen Staat bilden. Den Winter über hat sie geschlafen und ist nun auf der Suche nach einem unterirdischem Nistplatz an dem sie ihr Hummelvolk gründen kann. Das sind u.a. verlassene Mäusehöhlen aber auch von Menschen angebotene Hummelburgen. Um ein Volk zu gründen, braucht die Königin zuerst einen Vorrat aus ihrem Honigmagen auf und geht dann auf die Suche nach Pollen und Nektar. Mit Frühlingsblühern und Pflanzen wie z.B. Lungenkraut können wir Ihnen eine Starthilfe geben. Wird es nach dem Ausflug zwischendurch kühler, geht den Hummeln das „Flugbenzin" aus. Dann können Sie dem Tierchen mit etwas lauwarmer Zuckerlösung auf einem Löffel helfen. Sobald es warm genug ist, kann die Hummel wieder abheben und ihr Volk gründen. Zunächst wird die erste Wabe angelegt, Eier abgelegt und die ersten Larven bekommen Pollen als Nahrung. Die Königin selbst braucht Nektar und legt sogar einen Schlechtwettervorrat aus Honig in kleinen Wachstöpfchen an. Die Arbeiterinnen fliegen von  März/April bis Ende Oktober. Läuft alles gut wächst das Volk auf 100 bis 600 Tiere an und mit den Jungköniginnen und Männchen (ab Juni) ist das Überleben der plüschigen Wildbienenart gesichert (www.nabu.de).

Linktipp...

 

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung